Wie kamen wir zu der Zuchtanlage mit einem Reetdachhaus !

Im Jahr 1980 hörte unser Zuchtfreund und damaliger zweiter Vorsitzender Manfred Nehlsen durch Zufall davon, dass die Stadt Bad Schwartau das Gelände der ehemaligen Hühnerfarm an die Kleingärtner vergeben wollte.

Er setzte sich danach umgehend mit dem Vorsitzenden der drei Kleingartenanlagen Rudi Prell zusammen, um zu erreichen, dass wir von dem Kuchen doch einen Teil abbekommen können.

Weil hier noch ein Wohnhaus stand, dachte sich MN, dies wäre doch ein ideales Vereinshaus für unseren Verein. Weil die Kleingärtner hieran kein Interesse hatten, kam ihm unsere Bitte gelegen.

Danach gingen immer Beide zu den Verhandlungen der Gremien ins Rathaus.

Dieser Vorgang dauerte immerhin ~ 1 Jahr. Danach war R.P. auch bereit uns einen Grundstücksteil von 3.000 m² incl. Vereinshaus abzutreten.

Den Pachtvertrag konnten wir dann endlich am 1. Juni 1981 beantragen und 1982 endlich durch den 1. Vorsitzenden Max Fick und seinem Stellvertreter Manfred Nehlsen unterschrieben werden.

Die Pacht konnten wir tragen und belief sich auf Kleingartenbasis.

Nur hatten wir eine Auflage das bestehende Haus zu modernisieren.

Danach setzte sich MN gleich daran die Kosten für die Renovierung des Hauses zu ermitteln (ein Gutachten der Stadt sagte hierfür DM 240.000,- aus) . Das Haus hatte keinen Strom- und Wasseranschluss mehr.

Zuerst  beantragt MN bei der Schleswag einen Baustromanschluss, den Zählerkasten stellte er hierzu selbst zur Verfügung. 

Die HV am 05. März 1982 beschloss aus der Kasse erst einmal DM 2.500,- für das planieren des Grundstückes und weiterer wichtiger Sachen zu nehmen.

Gleichzeitig stellte MN bei allen möglichen Stellen Anträge um Förderungen und Zuschüsse zu erhalten (Bund-, Land- und auch beim Denkmalschutzamt zur Erhaltung des Reetdaches), und schaffte somit Zusagen von rd. DM 35.000,00 .

Jetzt konnten wir richtig loslegen und das Reet für das Dach wurde bestellt.

Dann wurde am 05. August 1982, nach den Ferien, ein Arbeitsplan erstellt und an alle Mitglieder verteilt, in dem angeregt wurde, sich doch in dreier Gruppen zu treffen.

Wir fingen mit der Renovierung an. Zuerst bekam das Haus zur Sicherung neue Fensterläden, die Gustav und Willi Staack spendeten, die Fenster reparierte und verglaste Herbert Klaebe und für die Heizung beschaffte MN einen Öltank und zwei Ölöfen mit automatischer Befüllung.

Anfang Februar 1983 schrieb Gustav Staack noch einmal an die Mitglieder mit der Bitte,  etwas verstärkt bei der Renovierung zu helfen, da genügend Material vorhanden ist und jede Hand gebraucht wird.                 

Inzwischen wurden schon über 800 Arbeitsstunden geleistet und es ging so weiter.

Dann kam der Hammer:

Bei der Hauptversammlung am 04. Februar 1983 stellte ein Mitglied den Antrag, wir müssen uns vom Vereinshaus und der Zuchtanlage trennen, weil alles zu teuer wird und der Verein dieses nicht bezahlen kann.

Mit Mehrheit wurde diesem Antrag statt gegeben, kaum zu glauben.

Plötzlich standen einige Mitglieder auf, erklärten den sofortigen Austritt und verließen das Vereinshaus.

Was nun, was tun, um die Zuchtanlage mit Haus zu retten.

Durch die Initiative von Manfred Nehlsen wurde durch Zusammentreffen der ausgetretenen Mitglieder ( 10 Personen ) am 14. Februar 1983 ein weiterer Verein gegründet.

Sie gründeten den RGZV „ Küsterholz “ Bad Schwartau und Umgebung von 1983. Den Vorsitz übernahm Manfred Nehlsen und sein Stellvertreter wurde Max Fick, der zu dem Zeitpunkt immer noch der erste Vorsitzende des RGZV Bad Schwartau war.

Dies geschah zur Rettung des Vereinshauses und der Zuchtanlage, da ja ein langjähriger Pachtvertrag bestand und die Zuschüsse bereits zugesagt und zum Teil auch schon ausgezahlt wurden.

Dies wurde der Stadt mitgeteilt, da der bestehende Pachtvertrag vom neuen Verein übernommen werden sollte. Geändert werden musste nichts, denn Max Fick und MN hatten diesen bereits 1982 unterschieben.

Jetzt wurde bei allem erst richtig losgelegt.

Das Dach wurde neu eingedeckt, eine Klärgrube wurde ausgegraben - hierfür wurde die Firma Rohwedder mit Bagger bestellt, die Entlohnung war eine gestifteter Rüttler von MN und DM 300,00 . Die Gräben wurden per Hand gegraben und hierbei verletzte sich ein Mitglied erheblich und wir schlossen danach, für alle Fälle, eine pauschale Unfallversicherung ab, die auch heute noch zur Sicherheit aller Mitglieder besteht.

Mitte 1983 war soweit im Haus alles fertig, bis auf das Fliesen in den Toiletten. Dieses wollte unser Herbert Klaebe am Dienstag übernehmen, er wurde aber krank. Was nun, denn wir hatten zum Freitag alle Vorsitzenden aus dem Kreisverband eingeladen, um unser Haus vorzustellen.

Not machte erfinderisch. Das Material war ja vorhanden. Manfred Nehlsen hat sein Glück am Dienstag - Mittwoch – Donnerstag  selbst versucht und hat es auch geschafft, denn die Fliesen sind heute noch alle dran.

Am 11. September 1983 haben wir dann unseren ersten Kleintier – Tauschmarkt  abgehalten. Dieser kam auch sehr gut. Daraufhin wurde beschlossen, ab 1984 jeden ersten Sonntag in den Sommermonaten eine Tierbörse abzuhalten.

Da dies alles unter freiem Himmel statt fand und wir selbst keine Käfige hatten, habe wir uns die Käfige vom Timmendorfer Verein ausgeliehen -  pro Loch DM 0,70 . Mehr Standgeld haben wir auch nicht von den Ausstellern genommen, denn uns ging es dabei um die Sache und das Treffen der Züchter zum Meinungsaustausch.                                                                                               

Im Kellergeschoss und im Parterre waren die Fensterläden angebracht. Die Fenster dazu wurden bis auf eines nach der Reparatur wieder komplett eingebaut.

Das Haus selbst hat einen neuen Farbanstrich erhalten.

Die Aufenthaltsräume im Parterre mit Vorraum und Küche sind incl. Malerarbeiten fertig gestellt. Von den beiden Toiletten ist eine kurz vor der Fertigstellung, aber ohne Fliesen, so dass diese zur Kleingartenfeier am 06. August 1983 provisorisch genutzt werden kann ( wurde aber nicht benötigt ).

Im Parterre, 1. Etage und im Keller wurde die Elektroanlage komplett von der Firma Elektro - Kayser erneuert, die auch den Stromantrag an die Schleswag stellte.

Die erforderlichen Klempnerarbeiten im Haus sind fertiggestellt.

Zu der Zeit wurden wir noch mit Wasser vom Kleingartenverein versorgt, da die Stadt in dem Moment nicht in der Lage war, für einen Wasseranschluss zu sorgen (dieses nahmen wir dann selbst mit Erfolg in die Hand) .

In der 1. Etage war alles vorbereitet, dass, wenn das Dach neu eingedeckt ist, der Hausmeister tapezieren kann und danach einziehen konnte.

Herr Mülling war zufrieden und fuhr dann ab.

Das reetgedeckte Vereinshaus !

Das Reet für das Dach wurde bereits geliefert.

Die Reetdachdecker Harald Bök und Gerd Neumann ( beide sind Vogelzüchter und Vereinsmitglieder ) fingen danach gleich im August mit dem eindecken an. Viele Hände mussten helfen, denn es war immerhin eine ganze  Menge Material, zwei LKW´s und ein Hänger voll, die den Dachdeckern nach oben gereicht werden musste.                                                                                                            

Bauantrag für die Zuchtställe in der Anlage !

Hier stellte MN dann am 28. Juni 1983 für die 19 Zuchtställe und für die Pondarosa, 5.00 x 7.00 m den Antrag auf Baugenehmigung. Die Stadt erstellte für uns einen Bebauungsplan und wir erhielten unsere Baugenehmigung für alles ohne Auflage am 01. November 1983 zum Az. 18a / 149 / 83.

Dies Pondarosa selbst sollte der Raum für unsere Jungzüchter werden. Heute ist sie bei den Kleintierbörsen, aus Gründen der Sicherheit, der Raum für die Vogelfreunde geworden, da es auch edle Vögel gibt.

Zuchtställe !

Da es zwei Nervöse wie Holger Günnel und Peter Stoedter gab erstellten diese bereits auf eigene Kosten ihre Zuchtställe. Die anderen Häuser wurden von den Vereinsmitgliedern so aufgestellt, dass diese von außen geschlossen und mit einem Dach versehen wurden. Die Innengestaltung sollte jeder Pächter nach seinen Wünschen selbst vornehmen, was auch erfolgte. Wir haben heute in unserer Anlage eine Vielfalt von Tieren vorzuweisen, wie Vögel, Zwergtauben, Rassetauben, Brieftauben, groß und Kleinhühner usw.

Heute ist die Zuchtanlage mit den Ställen und den Einfriedigungen eine sehenswerte Sache geworden, die auch gern von Spaziergängern besucht wird.

Vereinshaus Inneneinrichtung !

Da bei uns mit dem Geld sparsam gewirtschaftet wurde haben wir unsere erste Bestuhlung zusammengesucht. Jeder gab etwas dazu und die aufgestellten Eckbänke hatten wir vom Sperrmüll organisiert, denn in der Nachbarschaft kannten wir ja viele und achteten darauf, dass es auch ordentliche Sachen waren. Die Eckbänke hatten wir dann mit Wollteppichboden neu bespannt, damit wir schön warm sitzen konnten.

Unser erstes Stiftungsfest mit Gästen feierten wir am 15. Februar 1986 im Vereinshaus.

Heute haben wir eine moderne neue Bestuhlung in den Klubräumen, die mit Fliesen oder Laminat ausgelegt sind, die Decken wurden neu vertäfelt und mit Strahlern versehen, eine neue Gaszentralheizung wurde 2005 angeschafft und für die Gemütlichkeit steht ein Kaminofen im großen Raum.

Unsere Grillfeste, Weihnachtsfeiern usw. finden immer im und am Haus statt.

Der Vereinshauskeller !

Hier haben wir ausreichend Räumlichkeiten zur Lagerung unserer Ausstellungskäfige und der Vogelhäuser, die wir für die Ausstellung und Börsen benötigen.

Im Laufe der Jahre haben wir den Bestand der Käfige auf über 400 Loch vergrößern können. Weiterhin haben wir einen Werkraum für anfallende Reparaturen und weitere Abstellräume im Haus.

Nicht zu vergessen sind die weiteren Unterstellmöglichkeiten, einseitig offen errichtet, neben dem Haus, damit die Besucher unserer Kleintierbörsen und die Käfige bei Regen eine Überdachung haben.

Einzug des Hausmeisterehepaares !

Am 24. Juli 1985 konnten wir mit unserem ersten Hausmeisterehepaar Peter und Helga Stoedter den Mietvertrag für eine 4 Zimmer Wohnung mit ~ 97 m² in der 1. Etage zzgl. darüberliegendem Abstellboden und einem Kellerraum zum 01. August 1985 abschließen.

Wir als Verein sind natürlich auf die Mieteinnahme angewiesen, um die laufenden Bewirtschaftungskosten im und am Haus ausgleichen zu können, ohne die Mitglieder damit zu belasten.

Für uns als Verein ist es natürlich wichtig, dass das Haus und die Zuchtanlage durch diese hier wohnende Aufsicht immer unter Kontrolle ist.

Zwischenzeitlich traten hier natürlich im laufe der Jahre auch einige Wechsel ein.

Vom Verein genutzte Räume !

Das komplette Erdgeschoss nutzen wir als Vereinsheim mit einem kleinen und großen Versammlungsraum. Diese sind durch eine Schiebetür getrennt um große und kleine Sitzungen abgehalten zu können. Hier können gesamt über 40 Personen bequem Platz finden.

Weiterhin ist eine große Küche vorhanden, die mit einem Tresen versehen und voll eingerichtet ist; ein Raum, der als Archiv und Tombolaraum dient und die getrennten Damen- und Herrentoileten. 

An der Seite, von außen zu begehen, haben wir eine weitere Toilettenanlage, die nur von den Züchtern der Zuchtanlage mit eigenen Schlüsseln genutzt wird.